Das Berufsbild Notfallsanitäter

Text: Das Berufsbild Notfallsanitäter

Um die Ausbildung im Rettungsdienst an die immer größer werdenden Anforderungen anzupassen, trat am 01.01.2014 das „Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters“ (NotSanG) in Kraft. Dies bedeutete, dass der Beruf Rettungsassistent durch das neue Berufsbild Notfallsanitäter ersetzt wurde. Für alle Rettungsassistentinnen und -assistenten ist eine Qualifizierung zum Notfallsanitäter möglich.

Erster bei der Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorgaben war der DRK Rettungsdienst Mittelhessen, der die dreijährige Ausbildung seit dem Sommer 2014 anbietet. An unserem Bildungszentrum stehen jedes Jahr 40 Ausbildungsplätze zum Notfallsanitäter zur Verfügung. 24 Plätze werden davon vom DRK Rettungsdienst Mittelhessen belegt. Die restlichen 16 Plätze stellen wir anderen Rettungsdiensten zur Verfügung, deren Auszubildende ihre schulische Ausbildung in unserem Bildungszentrum absolvieren.

Notfallsanitäterinnen und -santäter üben eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit in der Notfallmedizin aus, die vielfältige  Möglichkeiten zur Weiterbildung und Qualifizierung bietet. Die Ausbildung erfolgt in der Schule, in einer Klinik und auf einer Lehrrettungswache und ist an die gestiegenen Anforderungen in der Notfallversorgung angepasst. Neben der notfallmedizinischen Ausbildung wird verstärkt Wert auf die sozialen Kompetenzen gelegt. Die Ausbildung ist besonders praxisnah, was wir im Schulbetrieb durch unsere Simulationstechnik gewährleisten können. Koordiniert und begleitet werden alle Ausbildungsteile durch unser Bildungszentrum, so dass eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis sichergestellt ist.

Notfallsanitäterinnen und -sanitäter müssen unter anderem die Lage am Einsatzort und den Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin beurteilen und entsprechend handeln können. Neben der Durchführung von medizinischen Maßnahmen sollten sie mit Menschen in Krisen- und Notfallsituationen umgehen und bei ärztlichen Notfall- und Akutversorgungen assistieren können. Bis eine ärztliche Versorgung gewährleistet ist, müssen Notfallsanitäterinnen und -sanitäter auch invasive Maßnahmen durchführen können, um eine Verschlechterung des Zustandes der Patientinnen und Patienten zu verhindern. Dokumentation und organisatorische Maßnahmen gehören genauso zu diesem vielfältigen Berufsbild wie die Auswahl des geeigneten Transportziels.

Ausbildung am Bildungszentrum. Foto: Ronald Henning
Einsatz von Simulationstechnik in der Ausbildung. Foto: Ronald Henning
Lehrrettungswachenpraktikum während der Ausbildung. Foto: Ronald Henning