Jubiläumsfeier: DRK Bildungszentrum wurde 25 Jahre alt

In einer großen Feierstunde wurde das Jubiläum der Lehranstalt gefeiert. Rund 100 Personen waren der Einladung in die Räumlichkeiten im Rudert 11 gefolgt.

 

Seit 25 Jahren gibt es nun schon das DRK Bildungszentrum in Marburg. Um diesen Anlass gebührend zu feiern, wurde eine Feierstunde mit rund 100 geladenen Gästen veranstaltet.

In zahlreichen Redebeiträgen wurden Glückwünsche an das Bildungszentrum und gleichzeitig viel Lob für die Ausbildung und die Lehranstalt ausgesprochen. „Ich bin froh Landrätin eines Landkreises zu sein, in dem der Rettungsdienst so gut aufgestellt ist. Die Besonderheit liegt vor allem darin, dass nicht jeder abgegrenzt in seinem Territorium agiert, sondern vernetzt zusammen gearbeitet wird“, erklärte Landrätin Kirsten Fründt. Marco Schulte-Lünzum, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., hofft auch weiterhin auf eine gute Kooperation. „Uns verbindet eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit, die immer von einem hohen Anspruch und einem eigenen Antrieb nach Neuerungen geprägt war". Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies unterstrich in seinem Redebeitrag die Bedeutung, die das Bildungszentrum als Ausbildungsstätte inne hat. „Die Leistungen dieser Ausbildungsstätte sind wegweisend in Marburg und darüber hinaus. Sie zeigen, auf welchem Niveau der Rettungsdienst funktionieren kann“.

Unterbrochen wurden die Grußworte von zwei Lesungen von Stefanie Hahl und Sebastian Hanisch, die bei den Gästen sehr gut ankamen. Seit dem Beginn ihrer Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in berichten beide regelmäßig in einem Online-Tagebuch über ihre Erlebnisse. Für die Feier wurden diese Texte als eine Poetry-Slam-Lesung aufbereitet und zwischen den Grußworten vorgetragen. Mit Humor und einem Augenzwinkern ermöglichten diese Beiträge einen besonderen Einblick in den Alltag der Auszubildenden.

Natürlich war die Feierstunde auch der passende Anlass, um sich die Entwicklung und Geschichte der Lehranstalt ins Gedächtnis zu rufen. Gegründet 1991 als „Staatlich anerkannte Lehranstalt für Rettungsassistentenausbildung“ vom damals noch privaten Rettungsdienst MKT, hatte die Schule die interne Qualifizierung der eigene Mitarbeiter/innen zum Ziel. Ausgangspunkt dafür war die Einführung des Berufsbildes des/der Rettungssanitäter/in (RA). Jeder Rettungswagen musste nach einer Übergangszeit mit einem verantwortlichen RA besetzt sein. „Zahlreiche Mitarbeiter/innen mussten qualifiziert werden – und zwar so schnell wie möglich. Uns wurde schnell klar, dass dieses Problem nur mit einer eigenen Schule gelöst werden konnte“, erklärt Geschäftsführer Markus Müller, der die Leitung der Lehranstalt übernahm. Clemens Kill (heute Leiter des Zentrums für Notfallmedizin am Universitätsklinikum Marburg), war damals studentischer Mitarbeiter des MKT sowie einer der ersten anerkannten Rettungsassistenten und Lehrrettungsassistenten in Hessen und kümmerte sich um das Curriculum. Im Berufsbildungszentrum in Marburg-Cappel konnte ein Unterrichtsraum genutzt und für das praktische Training ein erster Reanimationstrainer angeschafft werden.


Seit diesen Anfängen hat sich einiges getan: Durch die Gründung des DRK Rettungsdienst Mittelhessen 1997 änderte sich auch Stück für Stück der Lehrbetrieb. 2001 wurde eine Kooperation mit dem DRK Bildungszentrum Jena vereinbart und die Lehranstalt in „Bildungszentrum Marburg und Jena“ umbenannt. Die Kooperation mit Jena endete 2003.

Die Funktionen und Aufgaben des Bildungszentrums unterlagen ebenfalls Veränderungen. Der Schule kam weiterhin eine wichtige Funktion in der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter/innen zu, denn breit angelegte Mitarbeiterschulungen machten eine zeitnahe Übernahme von Neuerungen in die Praxis möglich. Durch die Zulassung von externen Teilnehmern, die Erweiterung des Angebotes um Seminare zu Themen wie beispielsweise „Reanimation“ und den guten Ruf der Lehranstalt wurde der Schulbetrieb viel umfangreicher.

Die ersten eigenen Räumlichkeiten erhielt das Bildungszentrum 2007. In Marburg-Cappel hatte der Rettungsdienst ein Gebäude erworben und dort Logistik, Werkstatt und den Schulbetrieb untergebracht. Um die Angebote an die gewachsenen Anforderungen anpassen zu können, erfolgte 2013 eine Erweiterung und Modernisierung des Gebäudes. Investiert wurde zudem in ein neues Simulationszentrum, welches 2015 eingeweiht wurde und dem Bildungszentrum neue Möglichkeiten in der rettungsdienstlichen Ausbildung eröffnet. Im Mittelpunkt steht hier das Training von Notfallsituationen. Diese werden in einem geschützten Rahmen geübt, wodurch Handlungssicherheit für den Ernstfall geschaffen werden kann. Durch die stetigen Weiterentwicklungen im Schulbetrieb war es auch möglich, auf die neuen Anforderungen im Aus- und Fortbildungsbetrieb zu reagieren, die mit der Einführung des Notfallsanitätergesetzes einhergingen.

Seit April 2015 bilden André Gerke und Dr. Anita Becker die Schulleitung. „Wir freuen uns über die lange Tradition der rettungsdienstlichen Ausbildung in Marburg und vor allem darüber, dass wir unseren Teilnehmern einen hohen Standard garantieren können. Auch in der Zukunft wird es unser Ziel sein, unsere Konzepte stetig weiterzuentwickeln und zu aktualisieren“, erklärte Gerke. Diese stetige Weiterentwicklung des Schulbetriebes ist ausschlaggebend dafür, dass das Bildungszentrum heute ein attraktiver und leistungsstarker Partner in der internen und externen Aus- und Fortbildung ist.

 

Die Gäste bei der Feierstunde.

Simulationsszenario im Rettungswagen.

Simulationsszenario Geburt.

Die Auszubildenden Stefanie Hahl und Sebastian Hanisch lasen aus dem NotSan-Tagebuch vor.

Auf der Feierstunde zum Jubiläum (von links): Sebastian Hanisch (Auszubildender zum Notfallsanitäter beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Maik Klein (Fachdienstleiter Rettungsdienst des Landkreises Marburg-Biedenkopf), Jürgen Christmann (Vizepräsident DRK Landesverband Hessen), André Gerke (Schulleitung DRK Bildungszentrum), Donatat Freifrau Schenck zu Schweinsberg (Vizepräsidentin des DRK Bundesverbandes), Dr. Anita Becker (Schulleitung DRK Bildungszentrum), Landrätin Kirsten Fründt, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen Markus Müller, Stefanie Hahl (Auszubildende zur Notfallsanitäterin beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Silke Ley (Regierungspräsidium Darmstadt) und Marco Schulte-Lünzum (Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe).

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