Landesärztekammer Hessen erkennt innovatives Weiterbildungskonzept an

Eine deutliche qualitative Verbesserung für die Qualifizierung von Notärztinnen und Notärzten hat die Landesärztekammer Hessen auf den Weg gebracht. 25 der 50 Einsätze, die für die Erlangung der

Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ notwendig sind, werden künftig auch dann anerkannt, wenn sie in simulierter Form erbracht werden. Als erste und bisher einzige Bildungseinrichtung in Hessen erhielt das DRK Bildungszentrum in Marburg die generelle Anerkennung des

Simulationstrainings „E-SIM 25“. Bereits vorab hatte die Landesärztekammer die Anerkennung erster Pilotkurse durch Einzelfallentscheidung ermöglicht, die 2015 durchgeführt worden waren.

Dr. Paul Otto Nowak, Vorsitzender der Bezirksärztekammer Marburg und Vorsitzender des Ausschusses „Notfallversorgung und Katastrophenmedizin“ der Landesärztekammer, übergab im Rahmen des Mittelhessischen Rettungsdienst-Symposiums ein Anerkennungsschreiben an Markus Müller, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen. „Die simulierten Einsätze verbessern die Qualität der notärztlichen Qualifizierung“, bekräftigte Nowak. „Im Simulationszentrum lernen angehende Notärzte auch seltene und kritische Situationen zu beherrschen, ohne dass Menschenleben in Gefahr sind.“

Angehende Notärzt/innen müssen 50 Einsätze im Notarztdienst nachweisen, die unter Anleitung erfahrener Notärzt/innen erbracht werden. In der Praxis können jedoch eine ausreichende Einsatzfrequenz und ein möglichst umfassendes Einsatzspektrum nicht immer sicher erreicht werden. Besonders kritische Notfallereignisse finden zudem nur selten statt, und nicht immer können angehende Notärzt/innen dabei umfassend selbst tätig werden.

Mit der Anerkennung durch die Landesärztekammer nimmt das Simulationszentrum Mittelhessen hessenweit eine Vorreiterrolle in der Notarztweiterbildung ein. Das Marburger Simulationstraining „E-SIM-25“ macht es möglich, die Hälfte der geforderten Einsätze im Rahmen eines dreitägigen Simulationstrainings zu absolvieren. Das verkürzt nicht nur die Dauer der Weiterbildung, sondern sichert auch ein breites Einsatzspektrum ab.

Im Kurs werden kritische Notfallsituationen und komplexe Szenarien aus allen Bereichen der Rettungs- und Notfallmedizin simuliert. Die Arbeit am High-End-Simulator erfolgt in Kleingruppen: Je vier Teilnehmer/innen werden dabei von zwei erfahrenen Instruktor/innen und Notfallmediziner/innen begleitet. Dabei werden nicht nur medizinische Versorgungsabläufe trainiert, sondern auch das Zusammenspiel im Einsatzteam (Team Resource Management). Die Trainingseinheiten werden audio- und videogestützt durchgeführt und durch ein umfassendes Debriefing abgeschlossen.

Die Angebote des Simulationszentrums richten sich an alle Bereiche, in denen Patient/innen versorgt werden – präklinisch, klinisch und ambulant. Im Mittelpunkt steht das Training von kritischen Notfallsituationen. Simulation eröffnet die Möglichkeit, in geschütztem Rahmen zu trainieren, Fehler machen zu dürfen und dadurch Handlungssicherheit für den Realfall zu erwerben. Die medizinische Leitung des Simulationszentrum liegt beim Zentrum für Notfallmedizin am Uniklinikum Marburg.

Die Anerkennung von simulierten Einsätzen in der notärztlichen Weiterbildung wurde bei der Eröffnung des Symposiums verkündet. Dr. Paul-Otto-Nowak (Vorsitzender der Bezirksärztekammer Marburg und vorsitzender des Ausschusses "Notfallversorgung und Katastrophenmedizin" der Landesärztekammer Hessen) übergab das Schreiben an Markus Müller (Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen, zu dem das Simulationszentrum gehört.)

Die Anerkennung von simulierten Einsätzen in der notärztlichen Weiterbildung wurde bei der Eröffnung des Symposiums verkündet. Dr. Paul-Otto-Nowak (Vorsitzender der Bezirksärztekammer Marburg und vorsitzender des Ausschusses "Notfallversorgung und Katastrophenmedizin" der Landesärztekammer Hessen) übergab das Schreiben an Markus Müller (Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen, zu dem das Simulationszentrum gehört.)

25 der 50 Einsätze dürfen simuliert erbracht werden. Foto: Ronald Henning.
Übergabe der Anerkennung der Landesärztekammer an das Simulationszentrum Mittelhessen. V.l.n.r.: Dr. Birgit Plöger (Zentrum für Notfallmedizin, Ärztliche Leiterin des Simulationszentrums Mittelhessen), Markus Müller (Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Dr. Paul-Otto-Nowak (Vorsitzender der Bezirksärztekammer Marburg und vorsitzender des Ausschusses "Notfallversorgung und Katastrophenmedizin" der Landesärztekammer Hessen), Stephan Grosch (Leiter Simulationszentrum)

Übergabe der Anerkennung der Landesärztekammer an das Simulationszentrum Mittelhessen. V.l.n.r.: Dr. Birgit Plöger (Zentrum für Notfallmedizin, Ärztliche Leiterin des Simulationszentrums Mittelhessen), Markus Müller (Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Dr. Paul-Otto-Nowak (Vorsitzender der Bezirksärztekammer Marburg und vorsitzender des Ausschusses "Notfallversorgung und Katastrophenmedizin" der Landesärztekammer Hessen), Stephan Grosch (Leiter Simulationszentrum)

Übergabe der Anerkennung der Landesärztekammer an das Simulationszentrum Mittelhessen.

Übergabe der Anerkennung der Landesärztekammer an das Simulationszentrum Mittelhessen. V.l.n.r.: Dr. Birgit Plöger (Zentrum für Notfallmedizin, Ärztliche Leiterin des Simulationszentrums Mittelhessen), Markus Müller (Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Dr. Paul-Otto-Nowak (Vorsitzender der Bezirksärztekammer Marburg und vorsitzender des Ausschusses "Notfallversorgung und Katastrophenmedizin" der Landesärztekammer Hessen), Stephan Grosch (Leiter Simulationszentrum)